Stadtkaserne Frauenfeld & Oberes Mätteli
Städtebaulicher Ideenwettbewerb mit Präqualifikation, 2016
4. Rang
mit toblergmür Architekten, Zürich
& Ernst Basler + Partner, Zürich


Mit dem Auszug der Soldaten aus der Stadtkaserne bietet sich Frauenfeld die einmalige Chance, einen öffentlichen Raum mitten in der Stadt zu bespielen und zu aktivieren. Die charaktervolle Bausubstanz und das interessante Umfeld bieten beste Voraussetzungen für einen neuen, belebten und attraktiven Stadtraum. Dessen heute schlummernden Qualitäten sollen erkannt und gestärkt werden, ohne den identitätsstiftenden Charakter der Zeitzeugen zu verlieren. Sämtliche Massnahmen verfolgen das Ziel, klare und robuste städtebauliche Rahmenbedingungen für einen hochattraktiven Ort zu schaffen. Durch ein möglichst vielfältiges Raumangebot für eine möglichst vielfältige Belegschaft soll ein rund um die Uhr aktiver und attraktiver Ort geschaffen
werden. Die städtebauliche Setzung der Volumen und die entstehenden Freiräume und Verbindung bilden ein Gerüst, bei welchem allseits klare und verständliche Stadträume mit einer hohen und vielfältigen Aufenthaltsqualität entstehen.

Die Hoftypologie bleibt als solche erhalten, soll aber stärker ins Bewegungsnetz integriert werden und wird dafür allseits begehbar gemacht, so dass der Hof aus einzelnen Gebäuden gebildet wird. Dies ist direkter Ausdruck der äusserst heterogenen Nutzergruppen, welche in Zukunft das lebendige und vielfältige Areal beleben sollen. Die heutige Zonierung mittels unterschiedlichen Bodenbelägen wird beibehalten, die neuen Öffnungen machen ihn zu einem durchlässigen, städtischen Platz.

Die Bahnhofstrasse und der Bahnhofplatz von Frauenfeld bilden eine starke und klare städtebauliche Achse, welche mit dem neu entstehenden Postautobahnhof Richtung Nordosten erweitert wird. Damit stösst auch die nordwestliche Längsseite des Kasernenhof an den Bahnhofsplatz. Die
eingeschossigen Stallungen können diesen Raum kaum fassen und könnten in Zukunft durch eine mehrgeschossige Zeile ersetzt werden. Diese würde,
zusammen mit dem strassenbegleitenden Bauwerk auf dem oberen Mätteli, die Bahnhofstrasse adäquat fassen und somit diese Achse stärken, welche in einem hohen Punkt im Anschluss ans P+R Gebäude ihren städtebaulichen Abschluss findet.

Die angrenzende Bebauung der Vorstadt um die Garbenstrasse bietet schlummerndes Potential für allerlei Klein- und Kreativgewerbe. Dieses muss mit der geplanten Veränderung rund um die Kaserne aktiviert werden, sodass diese Räumlichkeiten auf dem Kasernenareal je nach Bedarf zurückgefahren werden können und ertragsbringende Nutzungen in Neubauten Platz finden. Gelingt diese Verbindung zur Vorstadt, wird automatisch die städtebauliche Anbindung der Unter- zur Oberstadt verstärkt. Das obere Mätteli wirkt als Kontrast zum harten, urbanen Kasernenhof. Er ist ein durchgrünter Parkraum, welcher sich an den bestehenden, baumbestanden Aussichtsraum beim alten Zeughaus anschliesst. Das Freiraumangebot im Bahnhofquartier wird somit um einen Grünraum erweitert, welcher sich als willkommene Abwechslung zu den harten Platzräumen entfalten kann.
 

Projekt-Website der Stadt Frauenfeld

Jurybericht